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Biblische Begriffe (6): HASSEN

In Lukas 14,26 sagt Jesus: «Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter und seine Frau und seine Kinder und seine Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein».

Jedem, der Christus ernsthaft als Jünger nachfolgen möchte, muss diese kompromisslose Aufforderung zu denken geben! Soll man als treuer Christ seine Eltern, seine Ehefrau, die Kinder, die Geschwister und sich selbst hassen? Dies würde doch genau der Beschreibung von Titus 3,3 bezüglich der Menschen in ihrem Zustand vor der Bekehrung entsprechen: «Wir führten unser Leben in Bosheit und Neid, verhasst und einander hassend».

Es ist selbstverständlich, dass so etwas in Lukas 14,26 niemals gemeint sein kann! Zumal das Wort Gottes z.B. die Männer an anderer Stelle auffordert, ihre Ehefrauen zu lieben, wie Christus die Versammlung geliebt hat, indem er bereit war, sich selbst für sie hinzugeben (Eph. 5,25-27). Auch die Liebe zu den Eltern, den Geschwistern, den Kindern und zu sich selbst wird an anderen Stellen in der Bibel gelehrt.

Das richtige Verständnis dieser Stelle hängt von der korrekten Auffassung des Wortes «hassen» ab.

Das Wort «miseo», das hier im Grundtext steht, bedeutet im Griechischen: hassen, verabscheuen, verschmähen, vernachlässigen, nicht wollen. Das Wissen um diese Bedeutungen hilft in unserem Fall aber nicht weiter.

Wir müssen jedoch bedenken, dass die griechische Sprache des Neuen Testamentes sehr stark vom Hebräischen her geprägt ist. Das zeigt sich u.a. darin, dass viele Wörter im griechischen Neuen Testament von den in etwa entsprechenden Wörtern aus dem hebräischen Alten Testament eine gewisse Bedeutungsverschiebung erfahren haben.

Genau dies trifft in unserem Fall zu: Dem Wort «miseo» entspricht ungefähr das hebräische Wort «sana'», dessen Grundbedeutung auch «hassen» ist. «sana'» kann ferner aber auch «zurücksetzen, den zweiten Platz geben» bedeuten. In 1.Mose 29 ist dies z.B. sehr deutlich zu sehen: In Vers 30 wird gesagt, dass der Patriarch Jakob seine beiden Frauen liebte, allerdings nicht im gleichen Maß. Er liebte Rahel mehr als Lea.

Gleich im darauf folgenden Vers heißt es jedoch: «Und als Jahwe sah, dass Lea gehasst war, da öffnete er ihren Mutterleib; Rahel aber war unfruchtbar.» Dieser Vers könnte folgendermaßen übersetzt werden: «Und als Jahwe sah, dass Lea zurückgesetzt war, da öffnete er ihren Mutterleib; Rahel aber war unfruchtbar.»

In diesem Licht wird Lukas 14,26 viel klarer. Es handelt sich nicht um eine übertriebene Aussage, nein, dieser Vers besagt, dass wir Christus in unserem Leben den absoluten Vorrang geben müssen. Im Vergleich zu ihm können alle unsere Lieben «nur» den zweiten Platz bekommen. Aber diesen zweiten Platz sollen sie in unseren Herzen haben! Es geht um klare Prioritäten, wobei in unserer Nachfolge in den Fußstapfen unseres Meisters Kolosser 1,18 ausgelebt werden soll: «Auf dass ER in allem den Vorrang habe.»

http://www.haltefest.ch/kommentare-zum-nt/lukas/luk-142-wie-soll-man-die-ehefrau-hassen.html
 

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